August 19

SFC Fliegerlager fällt (fast) ins Wasser

 
 
 

Für diesen Sommer hatte sich der SFC den Flugplatz Beilngries (EDNC) in Bayern als Zielort für sein Fliegerlager vom 22.7.-5.8.2023 ausgesucht. Uns erwartete ein sehr gepflegter sympathischer kleiner Flugplatz mit guter Infrastruktur, leckerem Italiener am Platz und einem angenehmen kleinen Ort in kurzer Entfernung. Zudem lud das schöne Altmühltal zu Ausflügen zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der näheren und ferneren Umgebung ein.

Beilngries im Altmühltal
Links die Altmühl – rechts der Flugplatz
Flugplatz Beilngries EDNC

Aber wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht und das war in diesem Falle nicht der Italiener am Platz sondern der Wettergott Petrus, der uns das Ganze doch ziemlich verregnete.

Flugbetrieb trotz dunkler Wolken – wir waren leidensfähig!
Los geht´s – Johannes fliegt, Bernhard gibt die Signale

Die 1000m lange Windenschleppstrecke reichte für ausreichende Ausgangshöhe zum Thermiksuchen, aber die war leider Fehlanzeige. Kein Tag verging ohne mehr oder weniger zahlreiche Schauer und Gewitter, aber Regenbögen waren auch dabei.

Die ASK-13 landet durch den Regenbogen

Es gab Tage an denen wir vier Mal aus- und wieder einräumten! Außer am Ankunftstag waren Streckenflüge komplett Fehlanzeige aufgrund der hyperlabilen Wetterlage. Zuhause war zwar auch „Land unter“, das half uns aber auch nicht weiter.

Der SFC-Arcus-T startet zu seinem einzigen Flug

Daher konzentrierten wir uns auf zahlreiche Ausbildungsflüge und Auffrischungsflüge an der Winde. Das war trotz des schwierigen Wetters durchaus erfolgreich, wir bissen uns halt durch und konnten am Ende allen neuen Flugschülern mit A-Prüfung zu ihren ersten Alleinflügen an der Winde gratulieren.

Geduld ist angesagt – Warten auf die Seilreparatur

Das wurde mit zahllosen Seilrissübungen und ebenso vielen echten Seilrissen am schon vielfach genagelten Stahlseil erkauft, aber das gehört halt dazu. Nachdem ein Vorseil ins „Nirwana“ eingegangen war und vorerst unauffindbar blieb, mussten wir erfinderisch werden: im IT-gestützten Suchen verlorengegangener Vorseile machten wir daher schnell Fortschritte und nutzten am alten Stahlseil HighTech mittels GPS-Tracker am Vorseil und Ortung per Smartphone.

Moritz, Norbert und Tim reparieren das Seil, Simone schaut den Freihandakrobaten skeptisch zu

Die intensive visuelle Mann/Frausuche am Boden im hohen Maisfeld gehörte aber ebenso dazu. Seilreparaturen oder auch die Reparatur der Trommel meisterten wir am Ende nach dem Motto „Can we fix it? Yes we can!“ mit Erfolg.

Moritz verschwand dabei schon mal in der Seiltrommel, fand aber immer wieder heraus
Can we fix it ? Yes, we can !

Für die Newbies unter den Flugschülern/innen waren die ersten Windenstarts schon ziemlich heftig, aber sie gewöhnten sich schnell an die Porsche-mäßige Beschleunigung beim Anschleppen, trotz umfangreichem gemeinsamem Frühstück am Morgen.

ASK-13 startet durch den Regenbogen

Beim Zurückholen der Segler nach der Landung unterstützte uns SEPP tatkräftig unter unüberhörbarem Bullern seines Einzylinder-Diesels. SEPP ist nämlich ein waschechter Niederbayer aus Landau/Isar, gebaut in der Fabrik der Gebr. Eicher.

SEPP zieht auch locker zwei Segler auf einmal zurück

Das Teil war eigentlich ein echtes Kultstück, viel zu schade für den trivialen Flugplatzbetrieb mit vielen wechselnden „Liebhabern“, welch ein Sakrileg für ein über 70 Jahre altes und nahezu unkaputtbares Stück niederbayrischer Technikkultur (Kenner wissen was ich meine…)!

Nix DSG – Handarbeit – Unsere Mädels flirten mit SEPP

Eicher gibt es auch heute noch, allerdings in Indien als „Eicher – Goodearth“. Die Inder hatten nach zwei Insolvenzen der Firma die komplette Fertigung inklusive Modellpalette gekauft, abgebaut und in Indien wieder aufgebaut. Die Globetrotter unter Euch dürfen sich daher nicht wundern, wenn sie in Indien auf kleinere LKWs oder Traktoren mit dem Schriftzug „Eicher“ treffen… aber das ist eine andere Story.

Abends genossen wir meist eins der leckeren Lokale mit bayrischem Flair und bayrischer Speisekarte oder auch den freundlichen Griechen im Ort, unseren Italiener am Platz oder auch mal einen Grillabend in Eigenregie.

Der Regen machte es aber nach der ersten Woche dann doch sehr ungemütlich, besonders auf dem Campingplatz, aber auch die Piste war zeitweise sehr durchweicht.

Regenpause für den Windenfahrer

Nachdem zumindest in der Ausbildung alle Ziele erreicht waren, beschlossen wir daher schon früher wieder abzureisen, zumal das Wetter auch keine echte Besserung versprach.

Die mitgebrachten Einsitzer wurden erst gar nicht ausgepackt, außer Heinz´ L-Spatz 55, der ausgiebig bewegt wurde, ein wunderschöner Oldtimer in tollem Zustand.

Heinz´ wunderschön restaurierter L-Spatz 55 – viel bewundert, egal ob am Boden …
… oder in der Luft

Den Aufenthalt haben wir trotzdem genossen, vor allem auch wegen der tollen Planung und Organisation durch Bernhard und Edeltraut. Den beiden gehört unser aller Dank, das war schon Extraklasse!

Einige Ausflüge zu sehenswerten Orten, wie etwa dem Spielzeugmuseum in Beilngries, einer Dampferdurchfahrt von Kelheim durch den felsenumrahmten Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg oder das hochinteressante AUDI-Museum in Ingolstadt rundeten den Besuch ab.

Puppenhaus im Spielzeugmuseum Beilngries

Die Gegend ist auch für einen Urlaub ohne Flieger bestens geeignet.

Mit dem Dampfer auf der Donau – Donaudurchbruch bei Weltenburg
Kloster Weltenburg
Oldtimer im Audi Museum in Ingolstadt

Nächstes Jahr geht´s dann nochmal zum Fliegerlager ins schöne Schwabenland nach Blaubeuren an die „Alb-Rennstrecke“ bei hoffentlich besserem Wetter.

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