August 29

Ferienspaßkinder beim Segelflugclub als „fliegende Brandmelder“

 
 
 

Das war so überhaupt nicht geplant: Nachdem die Teilnehmer der Kinder-Ferienspaßaktion des Segelflugclubs SFC Betzdorf-Kirchen e.V. am Vormittag noch mit ein paar Regentropfen zu kämpfen hatten, gab es für die Nachmittagsteilnehmer Sonne, Wolken und große Wärme. Und kaum war der doppelsitzige weiße Segler im Aufwind angekommen und stieg den Wolken lautlos entgegen, entdeckten Pilot und Fluggast in der Nähe von Morsbach einen Waldbrand!

Der Waldbrand bei Morsbach – Ellingen wurde entdeckt und umgehend gemeldet

„Was machen wir jetzt?“ fragte der kleine Fluggast. „Das melden wir ganz schnell mit Position des Brandes per Funk an die Flugleitung, die gibt das sofort per Telefon an die Feuerwehr weiter!“ Innerhalb von wenigen Sekunden war der Funkspruch abgesetzt und die Information wurde sofort weitergeleitet, ein etwas unerwartetes Abenteuer! Glücklicherweise war die Feuerwehr schon informiert. Aber das ist nicht immer der Fall, da viele Waldbrände vom Boden aus erst spät sichtbar werden und dann oft schwer zu lokalisieren sind, also lieber auf „Nummer sicher“ gehen!

Zur Ferienspaßaktion hatte der SFC wieder über die Jugendpflegen der Verbandsgemeinden Betzdorf-Gebhardshain und Kirchen eingeladen. 20 Kinder im Alter von 11-15 Jahren hatten sich angemeldet und waren in zwei Gruppen am 17.8. auf den Flugplatz in Katzwinkel gekommen. Markus Schmidt vom SFC hieß die kleinen Gäste auf dem Vorfeld willkommen, die in Begleitung ihrer Eltern und Geschwister gekommen waren.

Eine Sicherheitseinweisung zu Beginn muss ein – ein Flugplatz ist nun mal kein Ponyhof!

Nach ein paar Worten zum Verein gab er eine gründliche Sicherheitseinweisung zum Verhalten auf dem Flugplatz. Damit war das Wichtigste schon erledigt. Félix García-Díaz von der Jugendpflege, der auch mitgekommen war, erwähnte, dass der SFC als einer der ganz wenigen Vereine seit Beginn der Ferienspaßaktionen mitmacht, immerhin nun schon seit 39 Jahren. Das kann sich sehen lassen!

Die Jugendpflegen und die örtlichen Vereine bieten mit ihren Ferienspaßaktionen Kindern, die, aus welchem Grund auch immer, nicht in den Ferien verreisen können, tolle Erlebnisse, die von Vereinsmitgliedern und Jugendpfleger/innen jeweils mit viel Engagement vorbereitet und durchgeführt werden.

Pilot Nils erklärt wie der automatische Rettungsfallschirm funktioniert …
… und Pilotin Louisa hilft beim richtigen Anlegen

Die Segelflugzeuge standen schon bereit, ebenso das Schleppflugzeug. Etwas verdutzt und eher skeptisch lernten Kinder und Eltern dann, wie man einen automatischen Rettungsfallschirm anlegt und wie er funktioniert. Der Fallschirm ist Pflicht, Sicherheit geht immer vor!

Die SFC Piloten/innen erklärten den Kindern noch die Steuerungselemente und die Fluginstrumente. Jetzt konnte man in die großen weißen Segler einsteigen und die Haube schließen.

Da muss man schon kräftig ziehen um das Schleppseil bis zum Segler zu bekommen!

Die am Boden gebliebenen Kinder lernten nun von Pilotin Louisa und Katharina, wie man das Schleppseil vom Schleppflugzeug bis zum Segler auszieht und am Segler einklinkt.

Pilotin Louisa hilft dem kleinen Gast dann beim sicheren Einklinken des Schleppseils

Das Schleppflugzeug zog auf Kommando an, während Pilotin Vanessa die Tragflächen des Seglers waagrecht hielt und ein paar Schritte mitlief, bis die Ruder wirksam wurden.

Pilotin Vanessa hält die Tragflächen waagrecht und läuft mit bis die Ruder wirksam werden

Nach wenigen Metern hob der Schleppzug ab und stieg auf bis zu 600m über dem Platz. Der Pilot zog am gelben Ausklinkknopf, ein leichter Ruck, die Schleppmaschine tauchte nach links unten weg, der Segler kreiste nach rechts ein.

Flugplatz Katzwinkel oder Steppe in Kasachstan ? Egal, nach wenigen Metern hebt der Schleppzug schon ab!

Jetzt  war außer dem leisen Rauschen des Fahrtwinds nichts mehr zu hören. Wurde ein Aufwind gefunden, konnte man zügig in Kreisen bis auf über 1000m steigen, andernfalls gab es einen gemächlichen Gleitflug zurück zum Platz. In jedem Fall war genug Zeit, die Erde aus einer ganz neuen Perspektive zu betrachten, die jetzt allerdings nach der wochenlangen Trockenheit vielerorts eher wie eine Steppenlandschaft aussah.

Kreisen im Aufwind über Katzwinkel – die extreme Trockenheit wird sofort sichtbar !

Wie wenig gesunde Bäume da noch waren, zu viel Braun und unzählige Kahlschläge waren sofort sichtbar! Das machte nachdenklich. Kein Wunder, dass die Waldbrandgefahr extrem hoch war!

Anhand der Sieg und der gelben, zeltförmigen Dächer des Betzdorfer Busbahnhofs konnte man sich etwas orientieren, aber die Landmarken waren aus dieser Höhe doch ganz andersartig als am Boden. „Wo ist der Flugplatz?“ fragte jetzt der Pilot seinen kleinen Fluggast. Keine Antwort oder die Gegenfrage „Weißt Du es denn?“ Na klar wusste er es, man konnte zwar auf jeder einigermaßen ebenen größeren Wiese problemlos landen, aber das galt es hier natürlich zu vermeiden.

Queranflug über Katzwinkel zur Landung

In einer großen Schleife ging es zurück in die Platzrunde und in den Endanflug. Mit den sehr wirksamen Bremsklappen konnte man das Sinken und damit den Aufsetzpunkt genau steuern und kurz vor den Teilnehmern wieder zum Stillstand kommen.

Pilot Nils machte mit den Kids wie immer butterweiche Landungen

Es ging nahtlos weiter bis alle Teilnehmer „ihren“ Flug gemacht hatten. Da wurde schon viel Begeisterung spürbar und die Kids erzählten sich gegenseitig von ihren Flugabenteuern!

Wenn alle mitschieben ist der große Vogel plötzlich ganz leicht!

Die SFC-Piloten und Helfer/innen waren sicher, dass einige der Teilnehmer/innen sich mit dem „Fliegervirus“ infiziert hatten und dann evtl. mit 14 Jahren als Flugschüler wieder beim SFC auftauchen würden. Wir freuen uns jetzt schon darauf!

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