Um Höhenluft zu schnuppern braucht man nicht unbedingt in die zu Berge fahren, der Segelflugclub SFC Betzdorf-Kirchen e.V. führt nämlich seine diesjährige Aktion „Pilot für einen Tag“ sogar an beiden Tagen des Wochenendes vom 16.5./17.5.2026 durch. Der Verein zeigt mit seinen 17m großen weißen Doppelsitzern, dass man nach einem kurzen Schleppflug in wenigen Minuten locker nochmal über 1000m höher aufsteigen kann, lautlos und ganz ohne Motor.

Dass man dabei einen völlig neuen Blickwinkel auf die vom Boden gut bekannte Umgebung bekommt, ist dabei allerdings nur Nebensache: Die „Piloten für einen Tag“, im Vereinsjargon auch „Schnupperflieger“ genannt, bekommen bei ihren Flügen mit erfahrenen Fluglehrern erste Einblicke, wie man die großen Segler praktisch mit Daumen und Zeigefinger am Steuerknüppel und etwas Druck auf die Pedale des Seitensteuers „federleicht“ dirigieren kann. Gerade weil die ganzen Steuerelemente so leichtgängig sind und nur minimalen Kraftaufwand erfordern, eignet sich dieses Hobby auch besonders gut für Frauen!

Und es bleibt natürlich nicht beim Einblick, sondern vielmehr lernen die Teilnehmer/innen nach kurzer Zeit am Doppelsteuer schon selber einfache Manöver zu fliegen: Fluggeschwindigkeit und Richtung halten, den Kreisflug einleiten ohne dabei zu schnell oder zu langsam zu werden, stationär im Aufwind kreisen (den der Fluglehrer schon unter einer Schönwetterwolke vermutet hatte) und dann lautlos wie im Aufzug mit 2-4 Metern pro Sekunde bis nahe an die Wolkenbasis steigen.

Die neuen Pilotenanwärter staunen erstmal, dass der Riesenvogel beim Kreisen auch alleine brav weiter im Kreis fliegt. Nur wenige Korrekturen sind nötig, um im Zentrum des Aufwinds zu bleiben. Hat man einige hundert Meter an zusätzlicher Höhe gewonnen, lernt man ebenso den Kreisflug mit Ruderausschlägen in Gegenrichtung wieder zu beenden.

und was der rote Faden da soll, erklären wir Euch gerne am Flugplatz!
Dann beginnt der wahre Genuss, weit schweift der Blick über Landschaft und Wolken, ruhig geht es geradeaus weiter, bis der Fluglehrer nach ein paar Minuten fragt: „Und wo ist unser Flugplatz eigentlich?“. Die Landschaft sieht von oben anders aus, andere Landmarken müssen gefunden werden, nach denen man sich orientieren kann. Der Schreck ist schnell vorbei, eine Kehrtwende zeigt, dass der Flugplatz hinter dem Flieger lag, ein beliebter Fluglehrertrick!

Inzwischen auf 250m über dem Platz gesunken, reiht sich der Segler wieder in die Platzrunde zur Landung ein, die Landemeldung wird per Funk abgesetzt und mit den hochwirksamen Landeklappen steuert man im Endteil genau, wo der Segler aufsetzt und zum Stillstand kommt.
Die große Plexiglashaube wird geöffnet und der neue Pilot holt tief Luft: Was für ein Wahnsinnseindruck und man hat sogar einen großen Teil des Fluges selber gesteuert. Das muss erstmal verdaut werden!
Drei Flüge kann jeder Teilnehmer an diesem Wochenende machen und dann entscheiden, ob sie oder er weiter aktiv in die Segelflugausbildung einsteigen möchte. Probieren geht eben über Studieren, und genau dazu lädt der SFC ganz herzlich Flugbegeisterte ein, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Flugausbildung zu beginnen. Ab 14 Jahren kann man schon anfangen und auch unter Aufsicht des Fluglehrers die ersten Alleinflüge machen.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine kurzfristige Anmeldung bei Markus Schmidt vom SFC erforderlich, der gerne auch über weitere Details informiert (E-Mail markus.c.schmidt@gmx.de). Spannende Erlebnisse sind garantiert!

