Ingrid Blecher, eine der bekanntesten Segelfliegerinnen der Nachkriegszeit, feierte am 3.8.2011 das 50. Jubiläum ihres ersten Alleinflugs und ihrer A-Prüfung.
Grund genug für einen etwas detaillierteren Rückblick auf ein ganz besonderes Fliegerleben :
Ingrid machte 1961 mit 16 Jahren ihren ersten Alleinflug auf der Eisernhardt auf einer Rhönlerche (wegen ihres Gleitwinkels auch „Rhönstein“ genannt). Danach flog sie Rhön-Sperber, erweiterte ihre Lizenz auf die Startart Winde und flog dann beim LSV Hellertal auf dem Siegerland-Flughafen und später beim SFC Betzdorf-Kirchen, dem sie inzwischen über viele Jahre die Treue hält.
Sie ist Mitbegründerin des Frauen-Leistungssegelflugs in Deutschland in den 70ern, organisierte das erste Segelfliegerinnentreffen in Deutschland 1975. Zudem war sie
Mitbegründerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im Segelfliegen und dann selber Mitglied der Nationalmannschaft bis 1986.
Viele Leistungssegelflüge, insbesondere Streckenflüge mit deutschen Rekorden, u.a. 1976 über 300 km Dreiecksflug mit 102 km/h Schnitt, 1978 über 500 km Dreiecksflug mit 92 km/h Schnitt gehen auf ihr Konto, dazu kommt die Teilnahme an drei Frauen-Segelfug-Europameisterschaften.
Ihr bekanntester Rekord war der Deutsche Höhenflugrekord, den sie 1974 mit 8550m Gipfelhöhe und 7770m Startüberhöhung in Fayence / Südfrankreich aufstellte. 1976 schaffte sie ebenfalls in Fayence sogar über 9000 m mit dem Segelflugzeug, dummerweise war wenige Tage vorher ihre FAI-Lizenz abgelaufen und nicht rechtzeitig vom Verband verlängert worden, so ein Pech. Den tollen Wellenflug und das Erlebnis konnte Ingrid aber keiner nehmen.
All diese Rekordflüge, aber auch die Teilnahme an drei Frauen-Segelflug-Europameisterschaften zeugen von ihren hervorragenden fliegerischen Fähigkeiten.
Heute bekleidet sie zudem noch zahlreiche Ämter, so als Frauenbeauftragte des Deutschen Aeroclubs DAeC, Mitarbeit als Kassenwart im Präsidium der „Alten Adler“, Gründungsmitglied und tragende Kraft im Angelika Machinek Förderverein, der jungen Nachwuchssegelfliegerinnen jeweils ein Jahr lang ein Leistungssegelflugzeug kostenlos zur Verfügung stellt. „Zuhause“ ist sie zudem noch Kassenwart des SFC Betzdorf-Kirchen.
Auch persönlich ist sie eine uneigennützige und großzügige Förderin des Frauensegelfluges, und unterstützt junge Segelfliegerinnen beim Leistungssegelfliegen und bei der Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben.
Sie hat den nach ihr benannten Frauensegelflug-Förderpreis ins Leben gerufen und im Rahmen der „Alten Adler“, in deren Vorstand sie arbeitet, weitergeführt.
Trotz all dieser Aktivitäten fliegt sie selber noch aktiv im Verein und hilft wo immer sie kann auf ihre stille und bescheidene Art.
Wenn wir Ingrid nicht hätten, müssten wir sie erfinden, eine ganz tolle Segelfliegerin und starke Frau, Chapeau !!! Was wäre unser Sport ohne solche Frauen ?
Der Verein dankte ihr für ihr beispielhaftes Engagement und würdigte ihre Leistungen in einer kleinen Feierstunde mit einem historischen Rückblick, Vereinsvorsitzender Armin Brast und alle Mitglieder wünschen ihr noch viele erfolgreiche Flüge und viel Freude an diesem wunderschönen Sport. Nur das Rasenmähen sollte sie jetzt Jüngeren überlassen ...
Wie wurde gefeiert ? Mit leckeren gegrillten Flughähnchen natürlich, naja, der Spießbraten war auch toll, es wurde recht spät ...




