Um ein Flugzeug eigenverantwortlich fliegen zu dürfen, brauchst du einen Luftfahrerschein. Bei uns kannst du den Segelflugschein erwerben.
Die Ausbildung dazu dauert ca. zwei Jahre. Wenn du von einem Motorflugschein träumst, dann kannst du diese Ausbildung bei uns nur durchführen, wenn du bereits den Segelflugschein besitzt, andernfalls bist du mit einer kommerziellen Flugschule besser beraten (z.B auf dem Siegerland-Flughafen, in Breitscheid...).
Persönliche Voraussetzungen
Für die Ausbildung zum Segelflugzeugführer muss sehr viel Freizeit investiert werden. Wer am Sonntagnachmittag mal schnell auf dem Flugplatz vorbeischaut um zu fliegen, wird schnell erfahren, dass dies nicht funktioniert.
Wie bei jeder Luftsportart steht am Anfang der Gang zum Fliegerarzt. Dies muss nicht vor Ausbildungsbeginn erfolgen, spätestens aber vor dem ersten Alleinflug. Der Fliegerarzt muss ein Tauglichkeitszeugnis ausstellen.
Außerdem muss man mindestens 14 Jahre alt sein und solange die Volljährigkeit nicht erreicht ist eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern vorlegen.
Zu guter Letzt muss man natürlich Mitglied in unserem Verein werden und sich an den anfallenden Arbeiten (Reparaturen der Flugzeuge etc.) beteiligen.
Die praktische Ausbildung
Nach einer ausführlichen Einweisung am Boden folgen die ersten Starts. Der Flugschüler sitzt vorne, hinter ihm der Fluglehrer. Bei diesen ersten Flügen soll der Anfänger erst einmal das Segelfliegen selbst und die Umgebung des Flugplatzes kennen lernen. Immer häufiger übernimmt man selbst den Knüppel. Nach etwa 30 bis 40 Starts ist es dann soweit. Der Schüler besitzt nun eine ausreichende Sicherheit und startet zu seinem ersten Alleinflug. Der hintere Sitz bleibt nun leer. Lediglich über das Funkgerät kann der Fluglehrer erforderlichenfalls noch Anweisungen oder Hilfestellung geben. Nach weiteren zwei Alleinflügen hat der Schüler die A-Prüfung bestanden.
Im Rahmen des nächsten Ausbildungsabschnitts wird der Schüler auf andere Segelflugzeugmuster umgeschult. Nun wird er auch gezielt an den thermischen Segelflug herangeführt, der Möglichkeit also, immer wieder in den aufsteigenden Luftmassen neue Höhe zu gewinnen. Nachdem er dies einige Male mit Fluglehrer gemacht hat, startet er alleine zu längeren Thermikflügen in Platznähe.
Gegen Ende der Ausbildung werden spezielle Flugmanöver mit Fluglehrer geübt sowie erste Streckenflüge über die Flugplaztnähe hinaus durchgeführt.
Die theoretische Ausbildung
Während die praktischen Ausbildung im Sommer statt findet, steht der theoretische Unterricht im Winter im Vordergrund. Unterrichtet werden sechs verschiedene Fächer:
1. Luftrecht, Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften
2. Navigation
3. Meteorologie
4. Technik (Aerodynamik, Flugzeug- und Instrumentenkunde)
5. Verhalten in besonderen Fällen
6. Menschliches Leistungsvermögen
Darüber hinaus wird in der Winterzeit auch ein Lehrgang zum Erwerb des Flugfunkzeugnisses (BZF II) durchgeführt.
Die Luftfahrerscheinprüfung
Um "die Pappe" zu bekommen muss man die theoretische- und praktische Prüfung bestehen, das Flugfunkzeugnis besitzen und einen Erste-Hilfe-Lehrgang nachweisen. Außerdem bekommt man den Schein nicht vor dem 16. Geburtstag.
Zuerst legt man die theoretische Prüfung -am Besten nach einer intensiven Lernphase- auf dem Luftamt in Hahn ab. Hat man diese bestanden, ist es nicht mehr weit zur praktischen Prüfung, auf die der Flugschüler auch noch einmal gezielt mit praktischen Flugübungen vorbereitet wird.
Was kommt nach dem Schein?
Hast du einmal die Segelfluglizenz, geht das Fliegerleben erst richtig los. Nun darfst du jedes Muster (nach Einweisung) fliegen und auch Streckenflüge zu anderen Flugplätzen durchführen, außerdem natürlich Gäste mitnehmen und sie für dein Hobby begeistern.
Für die jungen Scheininhaber stehen unsere Fluglehrer und erfahrenen Piloten immer noch beratend zur Seite. Neu ist in diesem Rahmen eine spezielle "Streckenflugausbildung" für alle diejenigen, die am sportlichen Segelfliegen interessiert sind und auch gerne einmal an Wettbewerben teilnehmen möchten.



